High Noon in Oberbilk

Ist denn Oberbilk der Wilde Westen Düsseldorfs?

Unter dem Titel „High Noon in Oberbilk“, der bewusst mit den größtenteils negativen Klischees über den Stadtteil spielt, waren am 1. September die Bewohnerinnen und Bewohner eingeladen, sich über ihren Stadtteil auszutauschen und Ideen für ein gutes Zusammenleben zu sammeln.

Von 12-16 Uhr kamen Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches Oberbilk, der sich aus aktiven Initiativen und Einzelpersonen des Stadtteils zusammensetzt, in einen regen Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils über Ansichten, Wünsche, Probleme und Anregungen rund um Oberbilk. Bei Couscous und Gebäck wurde diskutiert und zugehört.

Das Theater-Team vom Brachland-Ensemble führte mit verschiedenen Aktionen durch das Programm. Bei einem Problem-Löse-Wettbewerb wurden die besten Lösungsvorschläge für große und kleine Probleme im Stadtteil gesucht. Eine Live-Statistik stellte gefühlte Wahrnehmungen reale Fakten gegenüber. Konkrete Anliegen konnten auch direkt vor Ort mit dem Bezirksbürgermeister besprochen werden.

Die Veranstaltung war ein Termin der Reihe „Oberbilker Gespräche“ mit dem Ziel die Bewohnerinnen und Bewohner des oft negativ dargestellten Stadtteils selbst zu Wort kommen zu lassen. Und es wurde immer wieder deutlich: Oberbilk ist besser als sein Ruf.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen der Demokratiewerkstätten der Landeszentrale für politische Bildung. Weitere Termine folgen.

Kulinarisch-Interreligiöser Rundgang

Am 30. April fand der erste kulinarisch-interreligiöser Rundgang durch Oberbilk statt.

Die Teilnehmenden starteten um 17.45 Uhr an der Christuskirche, Kruppstraße 11. Dort wurden sie mit Fingerfood und Quiche begrüßt, im Anschluss schauten sie sich die Christuskirche an. Für den Hauptgang zog die Gruppe weiter zur St. Josefkirche, wo es einen Gemüseeintopf gab. Nächste Station auf dem Rundgang war die russisch-orthodoxe Kirche an der Ellerstraße. Auf dem Weg zur Moschee an der Oberbilker Allee gab es dann mit Mazze, eine koschere Wegzehrung. Zum Nachtisch gab es Tee, Gebäck und Baklava in der Moschee. Hier endete der Rundgang.

Auf der Facebook-Seite der Evangelischen Evaus Kirchengemeinde gibt es die Fotos dazu:

https://www.facebook.com/emmausduesseldorf/?hc_ref=ARRYk-o_C8xOZLuBAvHjbtLR0YcvW47jzhPY95J8iXUUi7DM0Wq1ZKG7cDS2Ksujp_o&fref=nf

Maghreb Myfest

Dieses Jahr wurde zum zweiten Mal das Maghreb Myfest auf der Lessingstraße veranstaltet. Bei tollem Wetter und super Stimmung trafen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zum Feiern, Essen, Austauschen.

Auch der Runde Tisch Oberbilk war mit einem Stand vertreten.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Zariouh und seinem Team für die tolle Organisation!

Hier zwei Artikel dazu:

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/froehliches-maifest-im-oberbilker-maghreb-viertel_aid-22618651?utm_source=facebook&utm_medium=referral&utm_campaign=share

https://www.report-d.de/Politik/Stadtteile/Duesseldorf-feiert-einen-ganzen-Tag-ein-Maifest-im-Maghreb-Viertel-97533

Songbook Oberbilk – der Audiowalk fürs Handy

matthaei&konsorten

Die öffentliche Präsentation findet am 12.5. ab 12:00 Uhr beim Maghreb Myfest auf der Lessingstraße, Ecke Dreiecksstraße statt.

Du kannst den Walk aber auch unabhängig von dieser Veranstaltung anfangen.
Kleiner Tipp: die erste Station ist die Eisenstraße, auf der Oberbilker Seite des Hauptbahnhofs.

Amerikanische Comic-Helden und aufmüpfige Töchter; Flucht aus Bombennächten und Tote im Mittelmeer, Erfolgsgeschichten aus der Immobilien-Branche – Oberbilk ist seit über 100 Jahren die Arrival City für jene, die in Düsseldorf Glück und Arbeit suchen. Das Künstlerkollektiv matthaei
& konsorten hat im letzten Sommer mit Audioporträts von Menschen aus dem Viertel einen Walk eingerichtet. Diese Reise ist ab Mai frei verfügbar, wann immer Du willst. Du brauchst nur Smartphone und Kopfhörer.Dabei gilt: je besser die Kopfhörer desto mehr Spaß macht es! Denk dran, deinen Akku aufzuladen. Mach Dich auf den Weg – allein oder mit Freunden. Du kannst den Audiowalk jederzeit unterbrechen und wieder fortsetzen.

Scann einfach den QR-Code oder folge diesem Link direkt zur App

Mit den Stimmen von: Malika Baqach, Karima Benbrahim, Amal M’Charrak, Sibylle Fuchs, Raimund Klingner, Erzpriester Andreas Mammitzsch, dem Vorsitzenden des Vereins für die Kultur und Wissenschaft des Maghreb u.v.m.

Inszenierung: Jörg Lukas Matthaei. Produktionsleitung: Anna-Luella Zahner. Mitarbeit Audio Editing: Milena Kipfmüller. Übersetzungen & Mitarbeit: Saida Rochdani und Globus Institut Düsseldorf

http://www.fft-duesseldorf.de

„Raumwerk D“: Düsseldorfs Zukunft mitgestalten

Am 9.März fand die Auftaktveranstaltung zum neuen, städtebaulichen Entwicklungskonzept „Raumwerk D“ statt. Das Dezernat für Planen, Bauen, Mobilität und Grundstückswesen und das Stadtplanungsamt der Stadt Düsseldorf hatten dazu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in das postPOST – Grand Central, Nahe dem Düsseldorfer Hauptbahnhof eingeladen. Man hatte die Möglichkeit, sich an verschiedenen Interaktionsstationen und Beteiligungsformaten aktiv einzubringen.

Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen deutschen Großstädten knapp und das Phänomen der Gentrifizierung lässt sich auch in Düsseldorf in immer mehr Stadtteilen beobachten. Damit Düsseldorf auch zukünftig noch für alle Bevölkerungsschichten lebenswert ist bedarf es einer neuen Art der Stadtplanung und –entwicklung als bisher. Mit dem Raumwerk D wird in den kommenden Jahren ein städtebauliches Entwicklungskonzept für die gesamte Stadt Düsseldorf erarbeitet. Dabei soll der Input der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer im Zentrum stehen. Die Idee ist es, auf die Expertise von Bürgerinnen und Bürgern in Bezug auf den Stadtteil in dem sie Leben zurückzugreifen, um die möglichen Entwicklungspotentiale besser erkennen und nutzen zu können. Die eigentliche Formulierung der Aufgabenstellung für das Raumwerk D erfolgt also erst nachdem die Bürgerinnen und Bürger ihre Eindrücke und Meinungen zur Stadt und ihrer künftigen Entwicklung mitteilen konnten. Der frühzeitige Einbezug der Stadtgesellschaft und ihre Beteiligung während des gesamten Prozesses sind die zentralen Versprechen des Konzeptes an die Bürgerinnen und Bürger. Die gesammelten Beiträge und Ideen sollen in Handlungsbedarfe und Projektvorschläge übersetzt und die Inhalte der Beteiligung als Grundlage für die Ausschreibungen zum Raumwerk D verwendet werden.

An verschiedenen Ständen hatten die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit ihre Ideen in Bezug auf die Stadtentwicklung einzubringen. Sie konnten Orte im Stadtgebiet identifizieren, die sich für Wohnflächen oder Arbeitsorte eignen, die geändert oder keinesfalls verändert werden sollen oder wo Potential für weitere Grünflächen im Stadtgebiet ist, um die Lebensqualität in Düsseldorf weiter zu steigern. Darüber hinaus wurde an einem Stand auch das integrierte Mobilitätskonzept Düsseldorf 2030+ vorgestellt. Hier hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit verkehrliche Maßnahmen vorzuschlagen, die für die Umsetzung ihrer städtebaulichen Maßnahmen im Rahmen des Raumwerk D erforderlich sind.

Gleichzeitig mit der Auftaktveranstaltung wurde auch die Onlineplattform für die digitale Beteiligung gestartet. Unter https://raumwerkduesseldorf.de/ können Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Ansätze für Düsseldorf einbringen. Aktuell werden dort zwei Fragen an die Bürgerinnen und Bürger gestellt. Zukünftig soll dort monatlich je eine neue „Frage des Monats“ formuliert werden, sodass man sich kontinuierlich einbringen kann. Die Ergebnisse der digitalen Bürgerbeteiligung sollen in die für Sommer 2018 terminierte Formulierung der konkreten Aufgabenstellung des Raumwerk D einfließen.

Bisher hängt die Art und Weise der Bürgerbeteiligung für Planungen im öffentlichen Stadtraum vom jeweiligen Projekt ab und wird jeweils individuell entwickelt. Dieses weitreichende Konzept der Bürgerbeteiligung für die gesamtstädtische Entwicklung ist für die Stadt Düsseldorf neu und es bleibt abzuwarten, wie die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger ausfallen wird. Die hohe Zahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung lässt jedenfalls auf ein großes Interesse schließen. Allerdings ist es wichtig, dass die Menschen sehen, dass ihre Vorschläge nicht ins Leere laufen, sondern auch umgesetzt werden. Für Frühjahr 2019 ist eine weitere öffentliche Veranstaltung geplant, bei der die Ergebnisse des bisherigen Beteiligungsprozesses vorgestellt und diskutiert werden sollen.

In vielen Ländern, Städten und Kommunen in Deutschland werden Konzepte der Bürgerbeteiligung ausgearbeitet und umgesetzt. Das Land Berlin entwickelt derzeit unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft Leitlinien für die räumliche Stadtentwicklung.  Diese werden in Werkstätten von den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt oder können auch digital durch das Einreichen von Vorschlägen weiterentwickelt werden. Dies ist definitiv ein Vorteil im Vergleich zum Düsseldorfer Konzept. Die digitale Beteiligungsform des Raumwerk D ermöglicht zwar die Meinungsäußerung unabhängig von Raum und Zeit, zu überaus geringen Kosten, allerdings werden bestimmte Bevölkerungsgruppen somit auch von der Beteiligung ausgeschlossen. Die Webseite ist nicht barrierefrei für Menschen mit einer Sehbehinderung, außerdem steht die Seite ausschließlich in deutscher Sprache zur Verfügung. Menschen ohne Internetzugang bleiben in diesem Konzept selbstverständlich auch außen vor.  Die Möglichkeit Ideen und Vorschläge analog einzureichen, gibt es im Verlauf des Projektes zunächst nicht mehr. Die zweiseitige Vorgehensweise über digitale als auch analoge Beteiligungsformen erreicht mehr Menschen, die von den Entscheidungen letztlich betroffen sind.

Obwohl das Konzept nicht perfekt ist, ist es immerhin ein guter Anfang der Stadt Düsseldorf, die Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung zu stärken. Ob und wie die eingereichten Ideen der Bürgerinnen und Bürger letztlich umgesetzt werden, muss beobachtet und kritisch begleitet werden.

Auftaktveranstaltung: „Oberbilker Gespräche“ – Mangelware bezahlbarer Wohnraum

Mangelware bezahlbarer Wohnraum

In vielen städtischen Ballungsräumen sind die Mieten in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen und in zahlreichen Stadtvierteln können sich selbst Normalverdiener kaum noch eine Wohnung leisten. Auch im Stadtteil Oberbilk, der sich bisher im gesamtstädtischen Vergleich noch durch relativ günstige Mieten ausgezeichnet hat, wird das Wohnen spürbar teurer.

Vor diesem Hintergrund haben sich am 6.12.2017 interessierte Stadtteilbewohnerinnen und Bewohner zu einem Diskussionsabend in den Schulungsräumen der Marokkanisch-Islamischen Moschee Gemeinde e.V. in der Aderstraße zusammengefunden. Es war die Auftaktveranstaltung der „Oberbilker Gespräche“, in denen in loser Folge stadtpolitische Themen aufgegriffen werden sollen, die den Stadtteil Oberbilk betreffen, die aber auch darüber hinaus, z.B. für andere Stadtteile und Städte, relevant sein können.

Als Experte zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ stand bei dieser Auftaktveranstaltung Herr Uwe Warnecke Frage und Antwort. Er ist Rechtsberater des Düsseldorfer Mietervereins und Vorsitzender des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung im Rat der Stadt Düsseldorf. Die ca. 25 Teilnehmenden diskutierten unter anderem über Handlungsmöglichkeiten angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt. Uwe Warnecke sieht Bürgerinnen und Bürger sowie Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in der Pflicht, selbst aktiv zu werden. Konkret geht es darum, sich über die eigenen Rechte zu informieren, die Beratungs- und Unterstützungsangebote z.B. des Mietervereins Düsseldorf wahrzunehmen und sich nach Möglichkeit mit anderen Betroffenen zu koordinieren und zusammenzuschließen. Der im Rahmen des Projekts „Reframing Oberbilk“ geplante Aufbau einer eigenen Internetseite kann hier wichtige Vernetzungs- und Informationsdienste leisten.

Abschließend wurde in der Diskussion noch einmal hervorgehoben, dass Wohnen mehr ist, als ein Dach über dem Kopf zu haben. Es geht darüber hinaus um eine lebenswerte Wohnumgebung und nicht zuletzt um ein Quartier, das auch ein Raum sozialer Kontakte und Kommunikation ist bzw. sein kann.

Hier setzt das Projekt „Reframing Oberbilk“ an. Das im Rahmen der „Demokratiewerkstätten im Quartier“ von der Landeszentrale für politische Bildung geförderte Projekt soll Oberbilkerinnen und Oberbilkern zu Gehör zu bringen, um durch eine gemeinsame Lobbyarbeit für ihre konstruktiven Wege des Aushandels und des Zusammenlebens zu gelangen.