Housing Action Day

Eine nichtgehaltene Rede: „Oberbilk im Visier von Immobilieninvestoren“

Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,


Corona überschattet derzeit alles. Aber Corona ist nicht alles. Morgen hätte eigentlich der „Housing Action Day“ stattfinden sollen, zu dem nicht nur bundes-, sondern europaweit wohnungspolitische Initiativen aufgerufen haben. Wegen der Corona-Kontaktsperre mussten aber alle aushäusigen Aktivitäten abgesagt werden. Das betrifft auch den investorenkritischen Spaziergang durch Oberbilk, zu dem das Düsseldorfer Bündnis für bezahlbaren Wohnraum zusammen mit der Agentur für urbane Unordnung aufgerufen hatten.
Zum Auftakt des Spaziergangs am Oberbilker Dreiecksplätzchen war ein Beitrag geplant, der den Stadtteil in die derzeitige Entwicklung des Düsseldorfer Immobilenmarktes einordnen sollte. Die nichtgehaltene Rede gibt es nun in schriftlicher Form:

Oberbilk im Visier von Immobilieninvestoren



Oberbilk – ein neues Trendquartier?
„Düsseldorfs neue Visitenkarte“, „Leben im Herzen der Stadt“, „Mehr als nur wohnen“. So wirbt der Immobilienentwickler Catella für sein Projekt „Grand Central“. Neben dem Hauptbahnhof auf dem ehemaligen Gelände der Paketpost sollen ca. 1000 Wohnungen entstehen, auch ein Hotel wird dabei sein. Überhaupt Hotels: Die scheinen derzeit in ganz Düsseldorf, und eben auch in Oberbilk wie Pilze aus dem Boden zu sprießen. Auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs entstehen gleich drei davon mit insgesamt 717 Zimmern, im nächsten Jahr sollen sie fertig sein. Der Projektentwickler GBI AG preist sich selbst als „größter aktiver Hotelentwickler in Deutschlands Metropolen“ an und wirbt damit, auch neue Produktideen für „Mikrowohnen“ entwickelt zu haben. Neben Hotels sind Mikroapartments, möblierte Kleinstwohnungen zu Höchstpreisen, für Investoren der Anlageschlager mit hohem Renditeversprechen, noch vor hochpreisigen Luxuswohnungen. Obwohl selbst der Branchenverband der Hotelbetreiber bereits vor drohenden Überkapazitäten in Düsseldorf warnt, ist die GBI AG überzeugt, dass der Markt noch mehr Hotels hergibt. Andere Investoren teilen diese optimistische Sicht (die sich allerdings mit der derzeitigen Corona-Krise erheblich eintrüben könnte): Die drei Hotels wurden bereits vor dem Baustart an die DWS Group, einen der weltweit führenden Vermögensverwalter verkauft. Östlich anschließend an das Gelände des geplanten „Grand Central“ ist an der Moskauer Straße der Bau des 438-Zimmer-Hotels von Citygrove, ein international tätiges britisches Immobilien- und Investmentunternehmen, fast fertig. Und weil das immer noch nicht reicht, wird direkt gegenüber noch ein Holiday Inn Express Hotel mit über 450 Zimmern gebaut. Aber auch Wohnprojekte sind für Investoren interessant: „Mieten. Wohnen. Mittendrin. Oberbilk gewinnt“ lautet der Werbeslogan der Vivawest GmbH, einem der führenden Wohnungsanbieter in NRW für ihr Projekt „Schöffenhöfe“. 370 Mitwohnungen sind hinter dem Landgericht an der Werdener Straße auf ehemaligem Bahngelände entstanden.

Noch etwas zögerlich hatte der Gentrifizierungsprozess in Oberbilk in den 1980er Jahren mit der Bebauung des Bertha von Suttner Platzes hinter dem Hauptbahnhof begonnen. Auf dem Gelände des ehemaligen Oberbilker Stahlwerks entstanden zunächst nur Bürogebäude, später kamen  einige Wohnungen dazu. Fahrt aufgenommen hatte die bauliche Aufwertung dann Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre mit der Entwicklung des sog. IHZ-Geländes, einer ehemaligen Industriebrache, auf der Wohnungen und Bürogebäude entstanden. Zu den spektakulären Wohnprojekten dieser Phase gehört das Wohnprojekt „It’s“, inselhaft im Blockinnenbereich zwischen Eller-, Krupp-, und Linien- und Höhenstraße von der Düsseldorfer Gentes Wohnen GmbH auf dem Gelände einer ehemaligen Emaillefabrik, später einem Autoverkaufs- und Auslieferungslager realisiert. 82 Eigentumswohnungen entstanden hier, mit Wasserflächen, viel Grün und lärmgeschützt dank der bestehende Blockrandbebaung. Das Ganze hat die Anmutung einer Gated Community, einer geschlossenen Wohnanlage mit von außen erreichbarer Tiefgarage, von der aus man dann im Innern per Aufzug zu den Wohnungen gelangt. Der Geschäftsführer von Gentes Wohnen GmbH schwärmt von „Oberbilk als neuem Trendquartier“, das er im Überschwang  schon mal mit dem Prenzlauer Berg in Berlin vergleicht.


Oberbilk – der „Hinterhof Düsseldorfs“
Man reibt sich verwundert die Augen. Oberbilk ein „Trendquartier“ im „Herzen der Stadt“? Ein Standort „mittendrin“, an dem mehr als nur Wohnen möglich ist? Da haben wir aber noch ganz Bilder vor Augen und Stimmen im Ohr: Seit seiner Entstehung als Industrie- und Arbeiterviertel Mitte des 19. Jahrhunderts war Oberbilk das „Schmuddelkind“ unter den Quartieren der Stadt. Das bürgerliche Düsseldorf schaute mit einer Mischung aus naserümpfender Ignoranz und Verachtung auf die multikulturelle proletarische Bevölkerung des Stadtteils, die sich mehrheitlich aus Zuwanderern nicht nur aus anderen Teilen Deutschlands, sondern aus ganz Europa zusammensetzte. Oberbilk galt als der „Hinterhof Düsseldorfs“, ein Ruf, der sich bis heute erhalten hat. Es war das „Viertel hinter den Gleisen“, von der übrigen Stadt durch die auf Dämme hochgelegten Bahntrassen wie durch eine chinesische Mauer abgetrennt, so beschreibt es der in Oberbilk geborene Schriftsteller Dieter Forte in seinem Roman „Das Muster“. Oberbilk war eine Welt für sich.

Bis in die 1970er Jahre hatte sich die industrielle Struktur des Stadtteils nicht wesentlich verändert. Zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs im Nachkriegsboom mussten für die Fabriken in Oberbilk wieder ausländische Arbeitskräfte angeworben werden. Die „Gastarbeiter“ kamen nun aus Italien, Spanien und Griechenland, später aus Jugoslawien und der Türkei. Viele kamen auf der Suche nach besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen aus noch entfernteren Regionen, andere mussten als Flüchtlinge ihre Heimat verlassen und fanden in Oberbilk ein neues Zuhause. Viele kamen, um zu bleiben. Die multikulturelle Bevölkerungsmischung wurde in der Außensicht oft mit Kriminalität und Drogenhandel in Verbindung gebracht. Die Konzentration marokkanischstämmiger Zuwanderer in einem kleinen Teil  des Quartiers zog abwertende und stigmatisierende Bezeichnungen wie „Klein-Marokko“ oder „Maghreb-Viertel“ nach sich, für ein Ermittlungsprojekt der Polizei im Jahr 2016, in dessen Verlauf mehrere Razzien durchgeführt wurden, hatte man sich sinnigerweise die Bezeichnung „Casablanca“ ausgedacht.

Die Wohnungen im ehemaligen Arbeiterquartier Oberbilk waren meist klein, oft schlecht ausgestattet, und das Quartier hatte einen schlechten Ruf. Gerade deswegen waren aber auch die Mieten im Stadtvergleich lange noch relativ günstig. Das war auch für Studierende der nahegelegenen Düsseldorfer Universität attraktiv, viele wohnten im Quartier. Und auch heute gibt es in Oberbilk noch Nischen, in denen auch die ein innerstädtisches Unterkommen finden, die in anderen Teilen der reichen und teuren Stadt Düsseldorf keine Chance hätten. Heute leben im Stadtteil Oberbilk rund 30.000 Menschen. Davon haben fast 56 % eine Migrationsgeschichte, weitaus mehr als im gesamtstädtischen Durchschnitt (knapp 42 %, Stand Ende 2018).


Vom Schmuddelkind zum Objekt der Begierde von Investoren
Wie aber ist es dazu gekommen, dass ausgerechnet der „Hinterhof der Stadt“, das „Schmuddelkind“ unter den Quartieren Düsseldorfs, nun ins Visier von Immobilieninvestoren und Spekulanten geraten ist? In den 1970er Jahren wurde Oberbilk wie andere Industriestandorte von einem massiven wirtschaftlichen Strukturwandel erfasst, der bis heute zum praktisch vollständigen Verschwinden der Industrie und zum Aufstieg einer neuen Dienstleistungsökonomie geführt hat. Düsseldorf gehört im deutschen Städtesystem zu den führenden Standorten mit hochrangigen Funktionen für die globalisierte Weltwirtschaft (u.a. Messe, Wirtschaftsprüfer, spezialisierte Kanzleien, Werbewirtschaft, Einbindung in die überregionale Verkehrsinfrastruktur). Diese Städte boomen, sie verzeichnen Wanderungsgewinne, die Zahl ihrer Einwohner wächst. Mit München, Berlin, Frankfurt und Hamburg gehört Düsseldorf deswegen auch zu den fünf führenden Standorten für Immobilieninvestitionen in Deutschland. Allein im Jahr 2018 wurden in Düsseldorf knapp 4,8 Mrd. € in Immobilien investiert. Das hängt auch damit zusammen, dass nach der Finanzkrise von 2008 und der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken für die Finanzwirtschaft der Druck gewachsen war, rentierliche Anlagemöglichkeiten für überschüssiges Kapital zu finden. Der Immobiliensektor wurde für Investoren zum Retter aus dem „Anlagenotstand“. Deswegen ist auch der Düsseldorfer Immobilienmarkt bald in den Fokus von Finanzinvestoren geraten. Die Folge: Seit 2008 sind dramatische Preissteigerungen zwischen 60 -70% für Grundstücke, Gebäude und Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Und davon ist auch der Mietwohnungsmarkt betroffen, steigende und für immer mehr Menschen nicht mehr bezahlbare Mieten sind die Folge.

Im Stadtraum sind für Investoren solche Standorte besonders interessant, die gemessen an ihrer bisherigen Nutzung das Potential für Verwertungen mit deutlich höheren Renditen haben. Auch die Düsseldorfer Stadtentwicklungspolitik sieht gerade in den innenstadtnahen Quartieren großes Potential für das weitere Wachstum der Stadt, sowohl demographisch wie auch funktional. Und hier kommt Oberbilk ins Spiel. Aus Investorensicht ist der Stadtteil gemessen an seinem Potential deutlich unterbewertet: Er liegt innenstadtnah, er ist infrastrukturell hervorragend eingebunden und über den Hauptbahnhof besteht direkter Zugang zu überregionalen Bahnverbindungen sowie eine schnelle Verbindung zum Flughafen. Die ausgedehnten Fabrikareale Oberbilks hatten sich im Verlauf der Deindustrialisierung in Industriebrachen verwandelt. Und diese Brachflächen sind mit dem Immobilienboom im Laufe der der letzten 10 Jahre zunehmend zu begehrten Objekten für Investoren und Spekulanten geworden.

Die Spekulation von Immobilieninvestoren, in Oberbilk höhere Renditen als bisher erzielen zu können, ist allerdings nicht auf die ehemaligen Industriebrachen und nicht nur auf Neubauten beschränkt. Es wird auch in den existierenden Wohnungsbestand investiert: Privaten Hauseigentümern werden Kaufangebote gemacht, die sie kaum ablehnen können. In der Folge kommt es dann zu Modernisierungen und Mieterhöhungen, oft aber auch zu Wohnungsumwandlungen und dem lukrativen Verkauf als Eigentumswohnungen. Bisherige Mieter werden hinausgedrängt, können vielfach die höheren Mieten nicht mehr zahlen und sind oft zum Umzug in andere Teile der Stadt oder ins Umland gezwungen, weil innerstädtisch kaum noch bezahlbarer Wohnraum zu finden ist. Damit werden gewachsene soziale Netze zerrissen und ein wichtiges Element der Lebensqualität im Quartier gerät in Gefahr.

Wird der derzeitigen Entwicklung nicht Einhalt geboten, werden sich bald nur noch Haushalte mit höheren Einkommen innerstädtisches Wohnen leisten können. Die sozial und kulturell gemischte Bevölkerungsstruktur Oberbilks gerät damit unter starken Druck, längerfristig könnte sie sogar ganz verschwinden. Das wäre nicht nur ein Verlust für Oberbilk, es wäre ein Verlust für ganz Düsseldorf. Denn es ginge der lebendige und kreative Charakter eines Stadtteils mit einer sozial und kulturell gemischten Bevölkerung verloren, ein Stadtteil, in dem immer wieder neue Wege und Formen erprobt werden, wie das gedeihliche Zusammenleben einer heterogenen Bevölkerung trotz aller Hindernisse gelingen kann. Oberbilk könnte in dieser Hinsicht sogar ein Vorbild sein, auf das Düsseldorf nicht verzichten sollte. Es lohnt sich, für den Erhalt des multikulturellen Oberbilks einzutreten und dem Verdrängungsdruck zu widerstehen, der von den Renditekalkülen der Immobilieninvestoren ausgeht.


Helmut Schneider (27.3. 2020)

#stayathome

Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,

aufgrund der Pandemie sind nahezu alle Veranstaltungen abgesagt, bitte informiert Euch bei den Veranstaltungsorten aber bleibt am besten zuhause!

Informationen zu COVID-19, in verschiedenen Sprachen, gibt es hier:

https://www.frnrw.de/aktuell/artikel/f/r/mehrsprachiges-infomaterial-zum-coronavirus.html

Und eine Hotline für Personen, welche zur Risikogruppe zählen und keine Absicherung organisieren können, gibt es hier: 0211/8998999

Auch gibt es eine Nachbarschaftshilfe:

https://duesseldorf.solidarische-nachbarschaft.de/?lp_s_loc=80&lp_s_tag=&lp_s_cat=&s=home&post_type=listing

Bleibt gesund!!!

Was ist Luxus?

Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,

Was ist Luxus? Unterwegs zwischen Kö und Kölner Straße!

Ein Gourmetrestaurant, ein Beautysalon, der Delikatessenladen: in den reichen Vierteln zeigen sich Luxus und die, die sich ihn leisten. Nur wenige U-Bahn-Stationen entfernt wohnen Arbeitslosigkeit und Armut. Luxus wird hier anders definiert.

Für alle Interessierten gibt es hier nochmal den Link zum WDR Beitrag:

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/was-ist-luxus-100.html

Der Beitrag wurde am 15 und 16.02.2020 ausgestrahlt und ist ab jetzt in der Mediathek!

Unterschriftensammlung für Milieuschutzsatzungen – Düsseldorfer Bürgerbegehren startet



Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,

das Bürgerbegehren „Wohnen bleiben im Viertel“ sammelt ab sofort Unterschriften zur Einführung von Milieuschutzsatzungen in 13 Wohnvierteln in Düsseldorf. Unterstützt wird das Bürgerbegehren von mittlerweile 36 Organisationen. 

Der Start war bereits vor einigen Wochen angekündigt worden. Er hat sich verzögert, da die von der Stadt vorzulegende Kostenschätzung erst jetzt geliefert wurde. Nun kann es aber losgehen.

Die Unterschriftenlisten werden zunächst über die unterstützenden Organisationen und bei diversen Veranstaltungen verteilt. Alle Interessierten können Unterschriftenlisten auch auf der Homepage www.wohnen-bleiben-im-viertel.de herunter laden und selbst ausdrucken. Die ausgefüllten Listen werden dann in der Galerie von fiftyfifty, Jägerstraße 15, 40231 Düsseldorf gesammelt.

„Als wir vor einigen Tagen mit unserem Vorhaben an die Öffentlichkeit gegangen sind, war die Nachfrage nach unseren Unterschriftenlisten groß. Daher sind wir davon überzeugt, dass wir in kurzer Zeit genügend Unterschriften sammeln, um den Bürgerentscheid zusammen mit der Kommunalwahl durchführen zu können. Das würde auch den finanziellen Aufwand für die Stadt reduzieren. 

Mit den Satzungen wollen wir erreichen, dass die Düsseldorfer*innen nicht durch überteuerte Modernisierung und anschließender Mietsteigerung aus ihren Vierteln vertrieben werden“, erläutert Ben Klar, einer der Vertretungsberechtigten. „Unser Ziel ist es, mindestens 16.000 Unterschriften zu sammeln, um anschließend einen Bürgerentscheid durchzuführen. Mit einem erfolgreichen Bürgerentscheid müssen Stadtverwaltung und Rat die entsprechenden Satzungen erlassen.“

Barbara Wolf, eine weitere Vertretungsberechtigte, kritisiert die bisherige Wohnungspolitik: „Mit der Losung `bauen, bauen, bauen´ haben Politik und Verwaltung die Bestandsmieter vergessen. In vielen Wohngebieten steigen durch – oft überflüssige – Modernisierungsmaßnahmen die Mieten so stark, dass die Menschen sich die Wohnungen nicht mehr leisten können. Dem kann mit Milieuschutzsatzungen ein legaler Riegel vorgeschoben werden. Städte wie Hamburg, Berlin und München haben damit schon seit Jahrzehnten gute Erfahrungen gemacht.“

Bündnis für bezahlbaren Wohnraum

Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,

durch die öffentlichen Aktionen des Bündnis fallen inzwischen Rechtsanwaltskosten an, da betroffene Hausbesitzer mit Anwälten und Abmahnungen gegen das Bündnis vorgehen. Deswegen wurde ein Spendenaufruf zur Unterstützung bei juristischen Auseinandersetzungen herausgegeben.

Bitte helft mit und teilt gerne den Aufruf!

Flamenco in Oberbilk

Liebe Oberbilkerinnen und Oberbilker,

Auch 2020 wollen wir auf diesem Blog über das Leben in und die Gesichter aus Oberbilk berichten!

Daher nochmal als Erinnerung:

Das Wim-Wenders-Gymnasium präsentiert stolz ihren Kollegen Daniel Maestre a.k.a Daniel de Alcala and Friends.

Alle wichtigen Infos findet ihr auf dem Plakat!

Oberbilker Adventskalender

„Der Alltag wird für einen Moment aufgebrochen“

In Oberbilk ist in diesem Jahr bereits am 1.12. Bescherung und ab dann sogar jeden Tag…zumindest bis zum 24.12!

Alexander Wehrmann von they call it klein paris hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie schenkt den Oberbilkerinnen, Oberbilkern und überhaupt Allen einen Adventskalender der ganz besonderen Art. Doch warum, wie und wo?

Eine Alexandra Wehrmann, eine Idee und eine Hofeinfahrt trafen aufeinander und das Ergebnis werden wir ab dem 1.12. täglich sehen. Um 18.30 Uhr wird sich das Tor der Hofeinfahrt öffnen und zu sehen und hören bekommen wir Kunst und Kultur! Ein Lied, ein kleines Theaterstück, Karaoke, einen Vortrag, Poledance… Oder einfach von allem etwas 🙂


01.12. Berg/Lautermann, Klangkunst
02.12. Nachbarschafts-Karaoke
03.12. Stofftier-Film von Norika Nienstedt und Michael Jonas
04.12. Beschneidung von Frauen, Vortrag von Jawahir Cumar
05.12. Betreutes Trinken mit Whisky-Expertin Carmen Hillebrand
06.12. Urban Sketcher Norbert Krümmel zeichnet Gäste
07.12. Tom Blankenberg, Minimal Piano
08.12. Pole Dance mit Pia Karaus & Malwina Steinhoff
09.12. Vortrag Antje Grothus (Klimaheldin)
10.12. Hans Hoff, Lesung
11.12. Hula Hoop mit Annik Roecker
12.12. Luise Weidehaas, Singer-Songwriterin
13.12. Diavortrag über Transnistrien von Till Kampfhenkel
14.12. WATT!, Konzert
15.12. Gregor Kerkmann (Chogori), Konzert
16.12. Polizist Dirk Sauerborn über seine Arbeit als Kontaktbeamter, Vortrag
17.12. Danko Rabrenovic, Stand-up mit Musik
18.12. La Terza Madre, Konzert
19.12. Wohnen ist ein Menschenrecht, Vortrag von Thomas Eberhardt-Köster
20.12. Thomas Huy, Opernsänger
21.12. Vortrag Jörg Gerhartz (ehemaliger Obdachloser)
22.12. Sina Klein, Lyrik-Lesung
23.12. „Der Boxpapst“, Film von Lars Schütt
24.12. Tai Chi mit Michael Wenzel

Das PProgramm kann sich sehen lassen!

Am 24.12. selber findet die Aktion aber schon um 13 Uhr statt damit auch jeder pünktlich zum Fest kann und die einzelnen Überraschungen werden auch immer nur 15-30 Minuten dauern, denn gerade in der Weihnachtszeit haben die Menschen wenig Zeit, wie Wehrmann selber sagt.

Dennoch haben sie und viele, viele Helfer die Zeit gefunden und genommen um für uns diesen besonderen Adventskalender zu konzipieren und dafür danken wir ihr und allen Helfern!

Der Eintritt ist komplett frei und wer mag möchte und kann: Macht doch Bilder von den Aktionen wenn ihr diese live erlebt. Schickt sie uns, postet diese auf Facebook und schreibt eure Erfahrungen dazu. Wir würden uns freuen von EUCH hier oder eben auf Facebook zu hören und was zu sehen!

PS: Im Eulenkostum versteckt sich Alexandra Wehrmanns Freund! Auch bei ihm bedanken wir uns!

PPS: Wo befindet sich das Tor der Törchen? Hofeinfahrt Industriestraße 33, Düsseldorf-Oberbilk

Eine Botschaft von zukünftigen Möglichkeiten

Besichtigung und Platzerkundung

Hinter einer unauffälligen Eingangstür, vor den Augen der Passantinnen verborgen, befindet sich ein interessanter Ort, ein großer Raum, in dem noch einige architektonische Details an die ursprüngliche Nutzung als Theater erinnern: Die Botschaft am Worringer Platz. Vieles ist hier vorstellbar. Nutzungsmöglichkeiten, die den Anwohnerinnen, den angrenzenden Stadtvierteln und der Stadtgesellschaft zugutekämen. Aber es gibt Pläne, das Gebäude abzureißen und an seiner Stelle Mikroapartments zu errichten. Im Rahmen einer Besichtigung bietet sich nun die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Potentialen der Botschaft zu machen. Bei einem anschließenden Rundgang mit Erstunterzeichner*innen der Petition zur Rettung der Botschaft am Worringer Platz erkunden wir die Nachbarschaft, die stadt- und sozialräumlichen Kontexte sowie geplante Bauvorhaben in der Nähe.

Mittwoch, 20.11., 17 Uhr
Treffpunkt: Botschaft, Worringer Platz 4
Eintritt frei. Es ist keine Voranmeldung nötig!

Die Petition gegen den Abriss: https://www.change.org/p/stadt-düsseldorf-rettet-die-botschaft-am-worringer-platz

Mit: Oliver Gather, Michael Harbaum, Barbara Kempnich, Jan Lemitz, Tim Lukas, Helmut Schneider, Harald Schwenk u.a.

Gedenken in Düsseldorf

Gestern hätte für viele ein Grund zum Feiern sein sollen:

Es war der erste Tag von Jom Kippur, ein jüdischer Feiertag, ein jüdisches Fest.

Doch gestern fielen Schüsse vor einer Synagoge. Das erste Opfer war eine Frau auf dem Gehweg. Sie stand dem Schützen im Weg. War einfach da. Das eigentliche Ziel des Täters waren die 70 Menschen in der Synagoge doch die Sicherheitsvorkehrungen waren da, denn die Angst der Gemeinde vor einem Anschlag ist älter als die Tat. Der Täter versagt und tötet blind weiter. Ein weiteres Opfer wird in einer Imbissbude erschossen, dann noch zwei Verletzte, mindestens.

Die Tat filmte der Mann und stellte es online bevor er von der Polizei festgenommen werden konnte. Die Tat bzw. das Tatmotiv ist brauner Hass.

Der Mann soll auch Attentate auf linke Zentren und Moscheen geplant haben. Doch Opfer dieser Rechten Gewalt kann jeder werden…

Wir blicken fassungslos auf die Tat und möchten unser Mitgefühl und Beileid ausdrücken sowie dazu aufrufen an der heutigen Aktion zum Gedenken teilzunehmen:

„Volker Neupert (Respekt und Mut) und Bastian Fleermann (Mahn- und Gedenkstätte) rufen zu einer stillen Mahnwache vor der Düsseldorfer Synagoge auf, um Solidarität und Anteilnahme vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Halle zu bekunden. Alle Düsseldorfer Demokratinnen und Demokraten, alle Verbände, Kirchen und Gewerkschaften sind dazu aufgerufen, mit Kerzen zum Paul-Spiegel-Platz zu kommen: DONNERSTAG, 10. Oktober, 17:00 Uhr. Diese Veranstaltung ist mit der Jüdischen Gemeinde abgestimmt.“

Auch die Amnesty International Düsseldorf ruft zum Gedenken auf:

„Anlässlich des gestrigen Anschlags berichtet das Onlinemagazin „Der Westen“:

„Nach dem Neonazi-Anschlag in Halle an der Saale am Mittwoch, bei dem der rechtsradikale Stephan B. (..) zwei Menschen getötet haben soll, hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstagmorgen zu einer Gedenkaktion vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf geladen.
Düsseldorf: CDU, SPD, Grüne und FDP mit Aktion gegen Antisemitismus und Rassismus

Um 9 Uhr morgens setzte Laschet dort ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus – gemeinsam mit den Vorsitzenden von SPD, Bündnis 90/Grüne und FDP. Auffällig: Die AfD entsandte keinen Vertreter. Warum, ist noch offen. Die Staatskanzlei twitterte am Donnerstag nach der Veranstaltung Zitate des Ministerpräsidenten, die er im Auftrag aller anwesenden Parteien aussprach:

„Der offenkundig antisemitisch motivierte Anschlag von Halle bestürzt uns sehr. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten. Die Bilder brutaler Gewalt gegen eine Synagoge mitten in Deutschland wecken Erinnerungen schlimmster Art und lassen uns schaudern. Judenhass darf in unserer offenen Gesellschaft keinen Platz haben – nicht heute, nicht morgen. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus eint alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen. Wir stehen in unverbrüchlicher Solidarität an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Im Angesicht der Bilder aus Halle gilt dies mehr denn je.“
Mahnwache für 17 Uhr geplant

Für den Donnerstagnachmittag ist um 17 Uhr eine Mahnwache geplant. Dazu aufgerufen haben die Aktion „Respekt und Mut“ und Bastian Fleemann. Fleemann leitet die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf.

Mit Kerzen sollen Bürger, Verbände, Kirchen und Gewerkschaften am Nachmittag zur Synagoge am Paul-Spiegel-Platz kommen, um der Opfer von Halle zu gedenken. (lin)“

Auch wir sprechen den Opfern des Anschlags innerhalb wie außerhalb der Synagoge in Halle a. d. Saale unser Mitgefühl aus und wollen uns aus diesem Anlass ein Zeichen gegen Gewalt, Fremdenhass und Antisemitismus sowie für eine offene, vielfältige Gesellschaft und Religionsfreiheit setzen.

Kommt heute mit Kerzen zum Paul-Spiegel-Platz 1 in Düsseldorf!“

Nur zwei Tage zuvor ist ein Mann in Limburg mit einem LKW in eine Menschenmenge gefahren. Egal mit welchem Hass sich die Täter*innen ihre Gewalt rechtfertigen: Die Gewalt ist zu verurteilen und struckturelle Erklärungsansätze sind zu finden um mögliche weitere Taten zu verhindern und nicht um Täter*innen von der Schuld zu befreien!

Gemeinsam wollen wir uns gegen Hass und Gewalt, gegen Terror stellen: Für ein demokratisches, respektvollen, tolerantes, gewaltfreies Düsseldorf und Deutschland!